Noctem_CoverGenre: Blackened Death Metal
Label: Art Gates Records
Veröffentlichung: 1.11.2019
Bewertung: Bombe (9/10)

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Das typische südspanische Sonnenfeeling merkt man der Band auf den ersten Ton nicht an. Nicht ganz unerfahren präsentieren sich die Männer aus Valencia auf ihrem bereits fünften Longplayer seit ihrem ersten Demo 2002. Selbst bezeichnen sie ihr Stahlgewitter als Blackened Death Metal, für mich klingt das aber nach astreinem Black Metal. Die Songs werden dominiert von krachigen Blastbeats von einem wenig bassigen Schlagzeug, das in norwegischer Manier sehr verschwommen abgemischt wurde. Die Gitarren dagegen frickeln sehr klar über den ganzen Trommelentladungen und arbeiten sich sehr zielgerichtet und wenig harmonisch durch die Moll-Tonleitern. Die Zwischenparts kreieren eine noch viel mehr unheilschwangere Atmosphäre, die von spuckenden Hass, Zorn und Wut geprägt ist. Der Bass tut sein übriges, um dem ganzen ganz schön Bums zu verleihen. Auf „Uprising Of The Impenitents“ nimmt er sogar eine tragende Rolle ein und führt den Song in wuchtige, gemäßigtere Gefilde, bevor es wieder ordentlich kracht. Die Screams präsentieren sich mal gurgelig, mal bissig-kreischend, verfeinert mit jeder Menge Tropfsteinhöhlen-Hall. Wer noch keine Vorstellung vom Fegefeuer für Metaller hatte, der sei zu diesem Sound eingeladen. Ein spanisches Tänzchen führen die Mannen aus Valencia als Zwischenpart in diesem knapp fünfminütigem Bombasttitel auf, wenn sie ein kurzes akustisches Intermezzo klimpern.

Wem dieser Black Metal Riese aus dem die Sonne verdunkelnden Spanien bisher noch nicht begegnet ist, dem sei die CD kältestens ans Herz gelegt, am besten, wenn man von der Arbeit schimpfend nach Hause fährt, weil man mal wieder einen so richtig beschissenen Tag hatte und Gift und Galle spucken möchte. Mich stört noch nicht einmal so sehr, dass der Schlagzeugsound so übelst aus ner kaputten Raviolidose stammt. Die feinen dissonanten Gitarrenläufe, die definitiv Wiedererkennungswert haben, entschädigen dafür und bilden einen feinen Kontrast. Und ihr wisst ja: hier motzt der MeloDeather, der die sterilen Sounds feiert.