In dieser Ausgabe von „Die Wilde 13“ stehen uns Julia (Bass) und Markus (Gesang) von den Viking Death Metaller DUROTHAR aus Hamburg Rede und  Antwort. Wer genaueres über die Truppe aus dem Norden erfahren möchte sei auf diesen Link verwiesen. 

1. Wie habt ihr Bandname und Logo entwickelt?

Markus: Ganz am Anfang trug die Band intern den Namen Jormungand. Leider haben wir dann nach einiger Zeit festgestellt, dass es bereits die Band Jörmungand gibt. An dieser Stelle Grüße an die Kollegen und besonders an „Der ist auch überall“ Stef 😉 Natürlich startete danach erneut die große Namenssuche und irgendwann kam unser Bandgründer und Ex-Bassist Matthias mit dem Namen DUROTHAR um die Ecke. Alle fanden, der Name klingt gut und so war es beschlossene Sache. Kurze Zeit später haben wir uns das Logo von Méli designen lassen, deren Logoarbeiten sicher einigen bekannt sind. Das der jetzt gewählte Bandname aus „World of Warcraft“ stammt, haben wir dann erst einige Zeit später erfahren. Matthias hatte ihn aus seiner Zeit als aktiver Spieler wohl noch im Kopf, wusste aber nicht mehr woher. Dieses Jahr sind wir dann an den Wappenschmied heran getreten, um das Logo ein wenig überarbeiten zu lassen. Wir haben ihm dabei relativ freie Hand gelassen und er hat perfekt abgeliefert und unser Logo noch einmal auf ein neues Level gehoben. Zusätzlich ist er auch verantwortlich für unser Wappen, welches genau zur Band und der lyrischen Thematik passt.

Durothar - Auf See Cover

2. Was muss ein Song haben, damit er auf eurer CD landet? Welche Songs fliegen raus?

Markus: Neue Songs müssen in erster Linie uns gefallen und stilistisch natürlich mehr oder weniger zu den bereits bestehenden passen. Wobei wir da grundsätzlich fast nichts ausschließen. Mal ist es etwas mehr Death Metal, mal etwas mehr Black Metal, mal klingt es etwas orientalisch, mal schwedisch. Am Ende setzen wir uns zusammen und treffen gemeinsam eine Auswahl, die unserer Meinung nach am besten passt.

3. Was darf bei einem Live-Auftritt nie fehlen?

Julia: In erster Linie natürlich Publikum das Lust auf Musik und feiern hat! Noch schöner ist es, wenn das Publikum sich nicht scheut nah an der Bühne zu stehen und Spaß am interagieren mit den Musikern hat! Dabei ist es dann fast egal, wie viele Leute vor der Bühne stehen. Essentiell für einen wirklich guten Live-Auftritt ist außerdem ein gut zusammenarbeitendes Orga-Team an welches man sich mit allerlei Anliegen wenden kann.

4. Welches Ziel verfolgt ihr mit eurer Musik?

Julia: Metal Fans aus mehreren Genre mit unserem ganz persönlichen Stil zu begeistern!

Markus: Wir machen Musik, weil wir Bock drauf haben. Wir versuchen jetzt nicht reich und berühmt zu werden, auch wenn das natürlich ein netter Nebeneffekt wäre. Aber wenn es Leute gibt, die unsere Musik gut finden, dann freuen wir uns natürlich sehr drüber. Wir würden aber nichts ändern, nur um irgendjemandem zu gefallen.

5. Wie seht ihr euren Platz in der Szene?

Julia: Ich würde sagen das DUROTHAR lokal ist, damit meine ich Hamburg und Umgebung und wir schon eine Band mit gewissem Stand sind, welcher sich über die letzten Jahre immer gut gehalten hat. Gerade über Social Media war und ist die Band immer sehr aktiv und mindestens eine handvoll Auftritte hatte DUROTHAR jedes Jahr. Ein paar größere Festivals und namenhafte Bands mit denen sie zusammen gespielt haben waren auch schon dabei. Wenn man das jetzt kategorisieren müsste würde ich sagen „mittlere Mittelklasse“ – Potenzial nach oben ist immer.

Markus: Gerade in Deutschland gibt es, glaube ich, im Bereich Pagan und Viking über die Jahre schon einige Leute, die uns kennen. Um richtig durchzustarten spielen wir zu wenig Konzerte, kommen für unseren Hobbystatus aber schon gut rum. Interessant ist, es gibt im Ausland gar nicht mal so wenig Leute die uns hören. Dank der Möglichkeiten des Internets haben wir schon Pakete in die USA, nach Japan, Algerien, Australien, Mexiko, Rumänien, Russland und noch einige weitere Länder geschickt. Mal schauen was die Zukunft bringt, vielleicht geht da ja noch ein bisschen was.

6. Was nervt euch am Musik-Business am meisten?

Markus: Unzuverlässigkeit! Sei es bei Bands, die zu spät beim Konzert erscheinen und dann quasi nichts an Equipment dabei haben, oder bei Veranstaltern, die nicht mit Infos rüber kommen, die wir für unsere Planung brauchen. Auch nervig ist, dass viel zu sehr auf Likes geschaut wird, wenn es dran geht Bands für Konzerte auszuwählen. Denn leider ist es heutzutage viel zu leicht mit ein wenig monetären Einsatz diese Zahlen stark zu erhöhen und sie sagen einfach nichts über die Qualität der Band aus.

Julia: Am allerschlimmsten finde ich Veranstalter, die meinen, dass Bands und Musiker alles für lau machen. Ja, das ist unser Hobby und wir möchten unsere Musik verbreiten und Fans dazu gewinnen, aber ohne den einen oder anderen Groschen geht es einfach nicht. Das Business ist hart aber nichts desto trotz für beide Seiten ein Geben und Nehmen.

7. Wer sind eure Vorbilder?

Markus: Musikalische Vorbilder gibt es glaube ich eine Menge, gerade weil wir alle unterschiedliche Bands gut finden. Also zu schwierig was aufzuzählen. Für mich persönlich sind KATAKLYSM weit oben, allerdings auch stark auf der menschlichen Seite. Diese Band hat mir über die Jahre und in schwierigen Zeiten eine Menge gegeben und ihr Umgang mit Fans ist einfach super.

Julia: Für mich sind alle Musiker aus unserer Szene Vorbilder, die trotz (Berufs-) Alltag ihrem Hobby nachgehen, immer wieder neue Musik produzieren und gute Konzerte geben. Meine ganz persönlichen Vorbilder sind einmal der Bassist von der Hard Rock Band LORDI – durch ihn habe ich überhaupt angefangen Bass zu spielen – und die ehemalige Bassistin von SONIC SYNDICATE. Eine Frau am Bass in der Metalszene, für mich damals der Hammer! Mittlerweile habe ich das selbst geschafft und heute ist es ja (zum Glück) nun auch nicht mehr so unüblich!

8. Wie entstehen eure Texte?

Markus: Langsam, das ist wohl das passendste Wort. Ich habe eine Menge Ideen im Kopf, worum es in den Songs gehen kann/soll, habe nur leider viel zu wenig Zeit um diese ordentlich auszuformulieren. Wenn ich mal etwas Raum freischaufeln kann, dann sitze ich meist mit dem zu betextenden Song in Guitar Pro oder als rohe Demoaufnahme am Rechner, die Geo Epoche Wikinger aufgeschlagen daneben, lasse den Song in Dauerschleife laufen und schreibe den Text auf die Musik. Ich versuche so weit es geht historisch korrekte Themen in den Texten zu verarbeiten, nehme mir aber auch die Freiheit heraus, da nicht immer auf den Punkt zu sein. Zum Beispiel wenn die Geschehnisse mehrerer Jahre in eine Erzählung gepresst werden.

9. Wenn alles möglich wäre – wie würde euer ultimatives Musikvideo aussehen?

Julia: So ganz klischeehaft wäre das wohl ein Video in Haithabu oder auf einem großen Wikingerschiff, und das am Besten auch wirklich auf See! Je nach Song dann noch mit dem passenden Wetter (stürmisch oder knallende Sonne).

Markus: Genau wie Julia sagt! Ein möglichst historisch korrekter Ort, dazu entsprechende Komparsen. Für einen der Songs des nächsten Albums habe ich da schon eine ziemlich genaue Idee im Kopf, leider hat uns Haithabu direkt eine Drehgenehmigung verweigert. Da muss man dann wohl auf dem Bekanntheitsgrad einer Band wie SANTIANO sein, um da ran zu kommen. Aber mal schauen, vielleicht finden wir ja eine passende Alternative.

10. Welche Band(s) haltet ihr gerade für völlig unter-/überbewertet? Warum?

Julia: Eine Band überbewertet dastehen zu lassen finde ich unfair. Jeder macht halt sein Ding und man kann nie jeden Geschmack treffen. Deswegen würde ich aber eine Band, die ich persönlich einfach vom Stil her nicht mag als überbewertet ansehen. Wenn sie es auf ihre Art geschafft hat – Glückwunsch!
DUROTHAR sind unterbewertet! Nein Spaß beiseite. Ich könnte jetzt viele Bands nennen, die ich eher am Metal-Himmel als in der Mittelklasse rumwabern sehen würde. Aber es ist eben ein hartes Business, entweder man hat Glück und Möglichkeiten und kann auf einen Zug weiter nach vorne aufspringen oder eben nicht.

Markus: Es gibt sicher einige Bands, bei denen fragt man sich ein wenig wie sie so berühmt werden konnten. Aber in den meisten Fällen ist es definitiv eine reine Geschmacksfrage und da hat halt jeder seine Meinung. Wobei ich persönlich einiges im Black Metal nicht verstehe, denn da scheint teilweise die einzige Daseinsberechtigung in einem trve kult beschissenem Sound zu liegen. Dabei gibt es auch in dem Genre so viele Bands, die zeigen, dass man auch mit gutem Sound geilen Black Metal machen kann.

11. Wie sieht euer Proberaum aus?

Julia: Unser Proberaum ist mehr als typisch – einer mit diesen Eierkarton-Schaummasse beklebten Wänden im Keller. Wir teilen uns den Raum mit mehren Bands und haben schönerweise auch einen bequemen Aufenthaltsraum mit Sofa, Kühlschrank und so weiter. Ein Klo haben wir auch, nur leider ist es seit längerem kaputt….Der Raum befindet sich im Industriegebiet auf dem Gelände einer Firma. Da mal ’nen Fachmann ran zu bekommen ist gar nicht so einfach!

Markus: Im Vergleich zu vielen anderen Räumen in denen ich schon mal war, ist unserer relativ groß. Sehr schön ist, der Vorraum ist durch eine massive Wand und eine eingelassene Regiescheibe vom eigentlichen Proberaum getrennt. Wir können dort wunderbar recht gute Aufnahmen machen. Unser Album „Auf See“ ist beispielsweise komplett dort eingespielt worden und wir werden sicher auch zumindest einen großen Teil des nächsten Albums dort aufnehmen. Ansonsten ist er leider nicht so aufgeräumt wie wir es vielleicht gerne hätten, aber sowas ist mit so vielen Bands leider schwer.

12. Wann habt ihr die meisten/besten Ideen für neue Songs?

Markus: Chris und Maddin schreiben die Lieder zuhause am PC. Was sie dort machen, um auf gute Ideen zu kommen, darüber möchte ich lieber nicht spekulieren! Textideen kommen mir meist, wenn ich über irgendwelche historischen Begebenheiten lese.

13. Was ist der Stoff, aus dem eure Alpträume sind?

Markus: Aus musikalischer oder persönlicher Sicht? Musikalisch auf jeden Fall defektes Equipment. Leider sind uns schon mehrere Amps abgeraucht, woran es liegt konnten wir leider nicht herausfinden. Gerade wenn man auf der Bühne beim Soundcheck ist und auf einmal kommt kein Ton mehr raus, der Horror!
Persönlich habe ich quasi nie Albträume, zum Glück!

Julia: Es geht nichts über ne ordentlich gruselige Schlafparalyse!