Weiter geht’s mit der Wilden 13 – dieses Mal mit INFECTED UNION aus Rostock. Die Thrash-Kombo beweist, dass sich sowohl technische Finesse, ballernde Songstrukturen und erbarmungsloser Groove nicht gegenseitig ausschließen, sondern im Gegenteil, eine ansteckende Mischung ergeben, die vor Rock ’n‘ Roll und verschwitzten Abenden in engen Clubs gerade so triefen kann und muss. Nachhörbar auf der letzten Veröffentlichung des Quartetts „Embrace The Beast“ (2017). Was die netten Herren zu sagen haben und was eigentlich Helge Schneider mit Thrash zu tun hat, lest ihr hier:

Infected Union Promoshot

1. Wie habt ihr Bandname und Logo entwickelt?

Der Bandname ist daraus entstanden, dass wir etwas Gemeinschaftliches zum Ausdruck bringen wollen – etwas, was uns als Band und Musikfreaks/Fans verbindet und zeigt, dass wir im selben Boot sitzen und diese Leidenschaft teilen!
Kein Tag vergeht ohne geile Mucke und den Bezug zu Musik!
Wir sind damit quasi „infiziert“. Daher der Name INFECTED UNION.
Beim Logo war es uns wichtig, dass man es auf Anhieb versteht und lesen kann.
Dem Stil durfte ein oldschooliger Touch natürlich nicht fehlen.

2. Was muss ein Song haben, damit er auf eurer CD landet? Welche Songs fliegen raus?

Es muss „klick“ machen. Bestenfalls schon beim ersten Hören. Da muss einfach gleich dieses Gefühl da sein, dass dieser Song Potential hat. Das funktioniert aber nicht immer. Manchmal hört man sich in einen Song, der nicht sofort gezündet hat, erst rein, spielt ihn ein paar mal zusammen im Proberaum und merkt dann plötzlich, dass das Ding volle Möhre abgeht. Songs, die rausfliegen, passen vielleicht stilistisch einfach nicht ins Gesamtkonzept oder sind nicht ausgereift genug. Dann werden sie auf Eis gelegt. Aber nicht gänzlich gekillt.

3. Was darf bei einem Live-Auftritt nie fehlen?

Die Nervosität und das Kribbeln, bevor du auf die Bühne gehst und der Gedanke: „Ich hab einfach total Bock, da rauszugehen und völlig auszurasten“. Und natürlich das Bier. Kein Auftritt ohne Bier.

4. Welches Ziel verfolgt ihr mit eurer Musik?

Wir lieben es, zu spielen, Songs zu schreiben und live unterwegs zu sein. Sich irgendwann voll auf die Musik konzentrieren zu können, wäre ein Traum. Denn leider sind wir alle in Vollzeitjobs gefangen und dass macht es sehr schwierig, soviel Gas zu geben, wie wir es eigentlich möchten. Wenn wir mit Hilfe unserer Musik in der Lage sind, irgendwann vielleicht nur noch halbtags arbeiten zu müssen, wäre das fantastisch.

5. Wie seht ihr euren Platz in der Szene?

Die Szene ist ja bekanntermaßen sehr, sehr groß und es gibt Unmengen guter Bands in jeder Stadt. Wir wollen einfach nur rocken. Eine ordentliche Portion „Heavy Metal“ und „Dreck“ darf in keiner Szene fehlen und dort gehören wir hin.

6. Was nervt euch am Musik-Business am meisten?

Die Industrie sucht Bands, mit denen Sie in kurzer Zeit mit wenig Aufwand viel Geld machen kann. Es muss immer eine gewisse Massenkompatibilität da sein. Dadurch haben viele gute, individuelle Bands wenig bis keine Chancen.
Was allerdings noch viel mehr nervt, ist, dass viele Leute den Bezug zur Musik verloren haben. Das Internet hat uns beigebracht, dass Musik ein Discount-Produkt ist und wenig oder besser gar nichts kosten darf. Das macht Musik kaputt und vor allem kurzlebig. Bands steigen schnell auf und gehen noch schneller wieder unter, ohne irgendwas zu hinterlassen. Es wird keine neuen David Bowies, Freddie Mercurys und Iggy Pops in der Zukunft mehr geben.

7. Wer sind eure Vorbilder?

Helge Schneider!

8. Wie entstehen eure Texte?

Unsere Texte entstehen meistens durch eine Überschrift oder einen Songtitel. Daraus wird alles abgeleitet und verbunden. Manchmal ist es auch nur ein Satz, der alles ins Rollen bringt und daraus bilden sich die Wurzeln.

9. Wenn alles möglich wäre – wie würde euer ultimatives Musikvideo aussehen?

Wie die Anfangsszene vom Tenacious D Film!

10. Welche Band(s) haltet ihr gerade für völlig unter-/überbewertet? Warum?

Ist Justin Bieber eine Band oder ein Tier? Oder ein Tier in einer Band?
Kann auf jeden Fall weg! Warum?! Das wisst Ihr ganz genau! 😀
Unterbewertet sind ein riesiger Haufen Underground-Bands. Die Liste wäre jetzt eindeutig zu lang!

11. Wie sieht euer Proberaum aus?

Sehr klein und manchmal sogar aufgeräumt, dass man treten kann.

12. Wann habt ihr die meisten/besten Ideen für neue Songs?

Tatsächlich unter der Dusche! Dann heißt es, total nass zur Gitarre rennen, um die Idee dann aufzunehmen. 😀

13. Was ist der Stoff, aus dem eure Alpträume sind?

Helene Fischer in einem Slayer T-Shirt…