Eine weitere Kapelle aus dem Underground in Mecklenburg-Vorpommern ist DEATH INJECTION. Die in Greifswald ansässige Band bedient mit ihrer Mischung aus knüppelhartem Death Metal und diversen melodischen Elementen eine Nische, die sich weder direkt in die eine oder die andere Schublade einsortieren lässt. Im September 2018 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum „Victims Night“ und beackerte im Folgenden etliche Bühnen, unter anderem mit Bands wie DEBAUCHERY. Inzwischen laufen die Arbeiten am Folgealbum und man kann anhand der bodenständigen Aussagen definitiv ausmachen, das die Truppe sich selbst nur eine Mission auferlegt hat: Death Metal ballern, eine gute Zeit haben und in kollegialem Kreis die Szene voranbringen.

Death Injection Bandshot

1. Wie habt ihr Bandname und Logo entwickelt?

Der Name ist damals durch die Gründungsmitglieder Oli und Fiete entstanden.
Das Design des Logos entstammt komplett der Hand von Fiete.
Der ist, was solche Dinge angeht, recht kreativ.

2. Was muss ein Song haben, damit er auf eurer CD landet? Welche Songs fliegen raus?

Jeder aus der Band muss sagen „Den Song finde ich gut.“, damit wir geschlossen hinter dem geschaffenen Werk stehen.
Es gab auch schon gute Ideen, die aber dennoch verworfen wurden, da nicht alle mit dem Konzept etwas anfangen konnten.

3. Was darf bei einem Live-Auftritt nie fehlen?

Nun, wir sind alle recht unterschiedliche Charaktere in der Band. Peter, unser kleiner Meckerkopf, ist vor den Gigs immer extrem angespannt und schafft es fast immer, den anderen damit hart auf die Nille zu gehen. Mario, unser Mann hinter den Kesseln, ist immer tiefenentspannt und versucht, die Stimmung etwas zu entschärfen. Unser Bassist trinkt vor und während des Sets ein paar Bierchen und die anderen beiden existieren meist entspannt, aber dennoch in freudiger Erwartung vor sich hin. Diese gemischte Atmosphäre lag bei unserem ersten Gig in der Luft und das wird sie wohl auch noch in 10 Jahren, das gehört einfach dazu.

4.Welches Ziel verfolgt ihr mit eurer Musik?

Im Allgemeinen geht es allen darum, einfach musikalisch aktiv zu sein und dabei Spaß zu haben. Wobei natürlich jeder aus der Band individuelle Gründe hat, weshalb er genau solche Musik macht. Aber alle vereint die Liebe zur Mucke der härteren Gangart!

5.Wie seht ihr euren Platz in der Szene?

Wir sind jetzt nicht mehr die Neuen auf dem Schulhof, gehören aber auch nicht wirklich zu den älteren Semestern.  Es ist gut, in der Mitte zu stehen und zu sehen, wo wir mal angefangen haben, aber auch, wo wir noch hin wollen. Man könnte wohl sagen, dass wir uns regional ganz gut gefestigt haben. Es ist wichtig und für alle gut, die Szene vor Ort zu unterstützen.
Es macht einen auch schon echt happy, wenn dich in deiner Stadt die Leute aus deiner Szene ansprechen und dir sagen, wie schön ein Konzert war.
Das ist extrem motivierend.

6.Was nervt euch am Musik-Business am meisten?

Da gibt es leider einiges.
Bands, die gefühlt umsonst in den Himmel gelobt werden, obwohl sie musikalisch am untersten Rand fischen und eben nur das bedienen, was die Leute gerade hören wollen. Das ist die Art Bands, die ihren eigenen Stil komplett über den Haufen schmeißen, weil ihnen der „Musikscout“ auf diese Weise eine breitere Fanbase und höhere Verkaufszahlen prophezeit hat.
Auf der anderen Seite müssen sich wirkliche Talente abkämpfen, um überhaupt einen Meter voran zu kommen.

7. Wer sind eure Vorbilder?

Das bei uns auf einen Nenner zu bringen, ist echt schwierig. Alle aus der Band haben die unterschiedlichsten Einflüsse.  Aber wir probieren mal, ein paar aufzuzählen:
Unser Sänger steht total auf DEBAUCHERY, man könnte ihn als Fan der ersten Stunde bezeichnen. Unser Drummer hört viel brutalen Kram, wie z.B. CANNIBAL CORPSE oder BLOOD RED THRONE. Unsere beiden Gitarristen stehen sehr auf filigranes Geballer, THE BLACK DAHLIA MURDER sind da beispielsweise ganz hoch im Kurs. Und unser Bassist kommt ursprünglich aus der Hardcoreszene, hat aber allgemein eine Vorliebe für alles, was knallt. Bei ihm ganz oben stehen u.a. BENIGHTED, KATAKLYSM und HATEBREED, um nur ein paar zu nennen… Aber einigen können wir uns alle auf BEHEMOTH und KATAKLYSM.
Als Musiker hat auch jeder seine ganz individuellen Vorbilder, aber um die jetzt alle nochmal aufzuzählen, reicht der Platz wohl nicht.

8.Wie entstehen eure Texte?

Da kann sich unser Sänger austoben, wie er will. Textlich gibt es auch so gut wie keine Einschränkungen. Bis auf politische Themen wird eigentlich alles thematisiert, was ihm in den Sinn kommt. Von Krieg, über den Tod bis hin zur Pornographie ist alles dabei und das werden wir wohl auch so beibehalten.

9.Wenn alles möglich wäre – wie würde euer ultimatives Musikvideo aussehen?

Da müsst ihr euch wohl bis zum Ende des Jahres gedulden.

10.Welche Band(s) haltet ihr gerade für völlig unter-/überbewertet? Warum?

Da gibt es zwei, bei denen sich alle aus der Band einig sind: POWERWOLF und SABATON. Warum? – Musik ist natürlich immer Geschmackssache, aber unserer Meinung nach nehmen sich beide dahingehend nicht viel und werden nur durch eine riesige Produktionsfirma im Hintergrund aufgebauscht.

Bands die unterbewertet sind, gibt es viel zu viele. Etliche davon auch in unserem „Dunstkreis“: SURFACE, TORTURIZED, NERO DOCTRINE, BORN IN DISORDER, GODSKILL, TYSON, ARMAGENDA, INFECTED UNION, etc.
Die hätten alle weitaus mehr verdient. Hört doch mal rein, dann wisst ihr was wir meinen!

11.Wie sieht euer Proberaum aus?

Unser Proberaum-Komplex bietet mit seinen 3 Räumen ordentlich Platz und es gibt viele Sitzgelegenheiten. Er eignet sich nicht nur zum Musik machen, sondern auch um sich mal hinzusetzen und abzuschalten. Man könnte sogar darin wohnen, weil alles vorhanden ist, was man benötigt.
12.Wann habt ihr die meisten/besten Ideen für neue Songs?

Die besten Songs sind wirklich im Verbund entstanden, wenn jeder aus der Band etwas beigetragen hat, sei es Aufbau, Struktur oder Text.
Das sind die Songs, die am Ende richtig knallen.

13.Was ist der Stoff, aus dem eure Alpträume sind?

Dass eine Generalprobe ohne Komplikationen abläuft.
Zur Erklärung: Wir haben es bisher nie geschafft, zur Generalprobe vor einem Auftritt alle Mitglieder zu versammeln, sodass die letzte Probe nie so ablief, wie wir letztendlich auf der Bühne standen.
Mittlerweile ist das eine Art verrückte Tradition und der Gedanke, doch mal eine vollständige Generalprobe auf die Beine zu stellen, macht uns fast schon Angst.