Ashtar_CoverGenre: Black /Doom Metal
Label: Eisenwald
Veröffentlichung: 15.05.2020
Bewertung: Sehr gut (7/10)

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Es gibt so einige Dinge, die die Metalwelt spalten: Spaßmetal, Fäkalgrindcore, Corpsepaint oder eben auch female-fronted Bands. Live gibt es optisch damit beim männlichen Publikum bisweilen Punkte, aber manchmal ist fraglich, ob die Stimmkraft der Damen ausreicht (und das darf ich als Frau sagen). Ich bin kein großer Fan davon, im Black Metal allerdings passt das oft gar nicht schlecht, denn gerade hier sind ja schrille Screams ein Markenzeichen. Das Schweizer Duo ASHTAR bringt nun nach fünf Jahren ihren zweiten Longplayer auf den Markt, der die Genres recht innovativ vermischt. Kurz sei auf den Plattentitel verwiesen, der sich der finnischen Sprache bemächtigt und übersetzt „Echos“ bedeutet.

Der erste Song beginnt ohne Geplänkel und zündet jede Menge Blastbeats, da ist von Doom noch recht wenig zu merken, ganz im Gegenteil zum zweiten, der geprägt ist von Akustikgitarren und einer Violine, die die Sängerin Nadine, die auch für die Lyrics zuständig ist, selbst spielt. Der Song bleibt dann monoton und basslastig, duelliert von der keifenden Schreistimme der Sängerin. Hier merkt man auch die dronigen Einflüsse recht gut. So kann man sich das als Duo noch vorstellen, live werden die zwei aber noch von Gastmusikern unterstützt, um alle Instrumentalspuren auf die Bretter zu bekommen. Der Gesang ist dabei schön schrill und black metallig, abwechslungsreich aber eher weniger. Variation bringt ein gelegentlicher Schwenk in einen blastbeatigen Black Metal, der von monotonen Tremolo-Gitarren geprägt ist und mir manchmal etwas zu einfach daherkommt.

Die Platte hat nur fünf Songs, allerdings eine Spielzeit von gut 40 Minuten. Der Sound ist mehr als ordentlich und klingt wie ein nasses Hemd – nicht in einem negativen Sinn. Auch geil finde ich neben dem Bandlogo das Cover, das minimalistisch schwarz-weiß und jugendstilartig in gröberen Strichen gezeichnet ist. Der Innovation der Kombination der verschiedenen Stile auf der Platte gebe ich ein Sternchen, allerdings wirkt das Ganze für mich manchmal etwas zu experimentell und etwas zufällig und zu reduziert. Wer allerdings einen Narren an Bands wie (Dolch), Urfaust oder Ufomammut gefressen hat, kommt um diese Platte nicht herum.