009807Genre: Ska Punk
Label: Pure Noise Records
Veröffentlichung: 11.12.20
Bewertung: sehr gut (7/10)

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So manch einer mag jetzt verwirrt sein. Mit „Silver Linings“ ist keineswegs der oscarprämierte Film mit Jennifer Lawrence gemeint, sondern das neue Album der Band LESS THAN JAKE. Wahrscheinlich sagt aber die romantische Komödie mehr Metalheads etwas, als die Band LESS THAN JAKE es tut. Völlig zu Unrecht wie wir finden, auch wenn Ska Punk kein Metal ist.

Viele Metalheads haben so ihr Musiklaster. Manch ein Slayer-Fan hört insgeheim gerne Helene Fischer, manch ein Metallica-Fan Wolfgang Petry, manch ein SMV-Redakteur gerne David Hasselhoff und Amy MacDonald. So ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass auch der Ska Punk sich zunehmender Beliebtheit unter Metalheads erfreut, nicht zuletzt auch Dank grandioser Bands wie LESS THAN JAKE.

Das neue Album startet mit The High Cost Of Low Living und schon nach den ersten Tönen hat man gleich gute Laune. Der Song macht richtig schönes Sommerfeeling und lässt einen Corona umgehend vergessen. Ein eingängiges Gitarrenriff lässt einen gleich an Hochsommer am Strand mit Bier und guten Freunden denken, die Posaunen läuten dann die Party ein und der Gesang ist perfekt getimt und untermauert noch die gute Laune Musik. Mit Keep On Chasing geht es direkt weiter. Der Song startet sehr Pop-Punk mäßig, driftet jedoch hier und da sogar kurz in den klassischen Hard Rock ab. Auch wenn Ska Punk häufig durch sehr prägnante Posaunen, Saxophone, Trompeten oder dergleichen auffällt, so haben LESS THAN JAKE erkannt, dass weniger manchmal mehr ist. So werden Saxophon und Posaune nur ganz akzentuiert eingesetzt und überlagern die Musik nicht völlig, was auch nicht Ska Punk Fans sehr gefallen dürfte. Auch wenn es mir als Bassist ein inneres Blumenpflücken ist, der Bassline von Anytime and Anywhere zuzuhören, so ist der Song selbst leider eher Käse. Hier ist alles ein wenig too much und der Bewegungsdrang, der sich die Songs vorher so schön aufgebaut hat, fährt langsam wieder zurück. Ebenso die Songs Move oder Bill zünden leider eher weniger.
Aber dafür geht es mit The Test wieder richtig los. Perfekt gesetzt Pausen und ein sich langsam steigerndes Riff machen diesen Song zu einem richtig schicken Song, der tatsächlich hier und da einen schönen Reggea Einschlag an. Auch Lost at Home greift das Reggea Thema auf und ist eher ein Song, den man den Morgen danach hört, wenn man es mal nicht so hart angehen möchte. Dennoch ein richtig gutes Stück Musik, das einen am Ende dann doch noch in Bewegung versetzt.

LESS THAN JAKE machen mit ihrem Ska Punk richtig gute Laune und haben einige wirklich gute Songs auf „Silver Linings“. Hier und da hätte man der Grundidee vielleicht erpichter folgen sollen oder versuchen sollen, nicht so viele Stile wie möglich zu vermischen. Teils ist alles etwas Kraut und Rüben. Der Großteil der Songs macht jedoch richtig gute Laune und sollte auch dem letzten satanischen Schweineschlachter ein Lächeln ins Gesicht zaubern.