review-1Genre: Death Metal
Label: Iron Bonehead
Veröffentlichung: 07.08.2020
Bewertung: Durchschnitt (5/10)

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TEMPLE NIGHTSIDE haben mit Pillars of Damnation ihr nunmehr viertes Album veröffentlicht. Einige Fans haben darauf voll Sensucht gewartet, andere hingegen dürften sich fragen, ob dieses Werk wirklich zwingend notwendig war. Es beginnt schleppend, bedrohlich-nahend mit dem Song „Contagion of Heresy“, das den Zuhörer nach einer kleinen Eingewöhnungsphase mit matschigen Blastbeats erschlägt. Der erste Eindruck, den man hier bekommt, ist nett, lässt Freude und Fans des Genres jedoch nur bedingt aufhorchen. Zu oft wurde Ähnliches in den letzten 30 Jahren meist besser gemacht. Ein bisschen Bathory hier, ein bisschen Blood dort und ein bisschen Anal Blasphemy an den richtigen Punkten, schon hat man TEMPLE NIGHTSIDE. Man kennt es. „Death Eucharist“ macht dann genau an dieser Stelle weiter: Zornig-wütend und eifrig-groovend (zumindest gelegentlich) weiß es trotz aller Mühen nur wenig zu überzeugen. Doch fällt in diesem Song auf, dass die stärkeren Momente der Band eindeutig in den langsameren Passagen liegen. Zu „Morose Trumphalis“ kann man sich dann ohne viel Vorgeplänkel direkt das Genick zerbangen, da man hier weniger auf Atmosphäre, als eher auf ungezügelte Raserei gesetzt hat, die funktioniert.

Noch langsamer, stimmungsgeladener und schwerer als die bisherigen Songs der Platte sollte dann „The Carrion Veil“ ausfallen, was beim ersten Hören noch cool daherkommt, nach mehrmaligem Genuss der Platte aber eher ein Kandidat für die Skip-Taste wird. Spätestens hier wird deutlich, was dem Album am meisten fehlt: Echte Highlights. Momente, an die man sich erinnert, die den geneigten Hörer dazu verleiten, das Album wieder und wieder hören zu wollen. Stattdessen gibt es Songs wie „Whreathed in Agony“ und „Blood Cathedral“, die mal Spaß machen, aber wirklich nur schwer hängen bleiben. Mittels „In Absentia“ wird erneut das Schema F der Band aufgegriffen und spätestens hier wirkt die gesamte Platte ziemlich repetitiv und ermüdend. Mit fast zehn Minuten Spieldauer ist das abschließende „Damnation“ dann der dicke Fisch des Albums. Viel geboten wird hier jedoch nicht: Wie erwartet ist der Einstieg langsam und man wechselt durchweg nur zwischen ziellosem Rumgedümpel und einer Melodiegitarre, die immer das Gleiche spielt. Somit ist dieser letzte Songs leider ein wenig überzeugender oder befriedigender Abschluss.

Insgesamt ist Pillards of Damnation ein ganz nettes Album für einsame okkulte Nächte, in denen einen die Sehnsucht nach düsterer Atmosphäre treibt. Für häufieren Hörgenuss ist dieses Album jedoch nichts: Nichts Neues, nichts Herausragendes, kaum Highlights. Eigentlich ziemlich langweilig.