grob

1. Wie habt ihr Bandname und Logo entwickelt?

Grinnoff: Bandnamen zu finden ist immer so ne Sache, am besten ist es natürlich, wenn man nen Namen hat, der ne Aussagekraft hat, schnell hängen bleibt, einfach zu merken und auch relativ einzigartig ist. Ich denke die ersten drei Sachen treffen bei uns zu, das Dritte ging wohl ziemlich in die Hose, wenn man im Internet nach „Parasite“ sucht, findet man vermutlich alles, außer unsere Band 😀 Obwohl ich damals -ist ja jetzt auch schon 10 Jahre her – sogar ein bisschen recherchiert habe und dabei erst mal keine größere Band fand, die schon so heißt. Trotzdem, aus marketingstrategischer Sicht eher kontraproduktiv^^

Genau weiß ich’s ehrlich gesagt gar nicht mehr, wie wir auf den Namen gekommen sind, ich glaub er erschien uns aus zweierlei Hinsicht passend: 1. Was ist ein Parasit? Ein Parasit ist etwas/jemand, was sich bei jemand/etwas anderem einnistet und es ohne Rücksicht auf Schäden für eigene Zwecke missbraucht. Wenn ich mir die Menschheit so angucke, dann ist sie der größte Parasit, welcher jemals auf der Erde existiert hat… 2. Wer uns einmal gehört/gesehen hat, der wird uns so schnell nicht mehr los 😀

Shizzle: Der Bandname wurde unter anderem wirklich so gewählt, weil es damals, zumindest unserer Ansicht nach, keine Band gab, die sich Parasite nannte und wir der Ansicht waren, dass es an der Zeit ist, diese Lücke zu füllen. Kurze Zeit später gab es dann grob geschätzt 7000 andere Bands, die wohl die gleiche Idee hatten… Das Logo habe ich, ohne groß drüber nachzudenken, innerhalb von ca. 30 Minuten aus dem Boden gestampft 😀 dafür ist’s ganz ok, finden wir^^

2. Was muss ein Song haben, damit er auf eurer CD landet? Welche Songs fliegen raus?

Grinnoff: Er muss gut sein 😉 ne Quatsch, ist gar nicht mal so leicht zu beantworten die Frage. Dazu muss man wissen, dass wir unsere Songs ziemlich unkonventionell schreiben, und zwar nicht zusammen, während irgendwelchen Jam-Sessions, sondern meist im Alleingang direkt alle Instrumente. Manchmal fügt dann ein jeweils anderer noch nen Part dazu, aber viele Songs von uns sind tatsächlich One-Man-Kompositionen. Wenn ein Song fertig ist, wird er an die anderen verschickt und dann ist meistens relativ schnell klar, ob der Song was taugt. Ganz selten sind wir uns mal uneinig, ob ein Song verwertet werden soll oder nicht, da wird dann abgestimmt.

Ich versuche die Songs so zu schreiben, dass des Öfteren ein WTF-Moment für den Zuhörer kommt, also ein Riff wo man sich denkt „Wow, das klingt echt abgefahren!“. Gleichzeitig muss der Song aber auch Struktur haben, also nicht einfach ein krankes Riff an das andere geklatscht und fertig. Solche Songs entstehen auch ab und zu, landen dann aber recht schnell im Papierkorb.

Luki: Für mich ist immer wichtig, dass nach dem ersten Hören etwas hängen bleibt, sodass man sich den Song nochmal anhören möchte.

Shizzle: Welche Songs fliegen raus? Das ist leicht: Alle Songs, die der Luki schreibt, fliegen raus. Der Rest bleibt zumindest in Teilen und wird zu fertigen Songs kombiniert.

Max: Ich glaube es fliegen alle Songs raus, die für mich an den Drums angenehm wären 😀

3. Wie habt ihr euch zusammen gefunden? Ihr habt ja alle schon in unterschiedlichen und vielen Bands gespielt.

Grinnoff: Das ist ne längere Geschichte. Gekannt haben wir uns alle eientlich schon länger durch Schule und/oder Partys. Ich war damals bei Retribution (Deathmetal) an der Klampfe und Gesang, Max und Shizzle bei IxTxuxNx (Fun-Grind) an den Drums und am Bass. Irgendwann kam der Sänger von IxTuxNx auf den Trichter, dass ich doch bei ihnen als Gitarrist mit einsteigen könnte. Gesagt getan, so traten wir dann ca. ein halbes Jahr auf, bis es zwischen dem Sänger und dem Rest der Band zu immer mehr Streitigkeiten kam. Nach ner Krisensitzung standen wir vor der Wahl: Entweder wir dümpeln weiter so dahin in Streit und halbgaren Songschreibereien, Proben und Auftritten, oder wir ziehen nen Schlussstrich und krempeln die Band um. Da wir alle der Meinung waren, dass hinter der Band zu viel Potential steckt, als einfach hinzuschmeißen, haben wir uns für letzteres entschieden und der Sänger ist gegangen worden^^ weil die neue Musik danach auch deutlich technischer und anspruchsvoller wurde, haben wir die Band schließlich in Parasite umbenannt. Also wenn man ganz ehrlich ist, bin ich der Arsch, der dafür gesorgt hat, dass es IxTxuxNx nicht mehr gibt 😀 aber ich denke, das war’s wert. Edit: Bis 2015 hatten wir im Übrigen noch nen anderen Gitarristen/Sänger und zwar Tim Rogler, dem Einen oder der Anderen evtl. sogar bekannt durch die Hamburger Band Dagger Threat. Mit ihm gingen wir jedoch im Guten auseinander, weil das Aufrechterhalten der Band nach seinem Umzug nach Hamburg zu schwierig war. Mittlerweile haben wir Luki an der zweiten Gitarre, mit dem ich mir zudem die Band Retribution teile. Ne wahre Vetternwirtschaft, wah? 😀

Luki: Wir kennen uns also alle schon sehr lange aus unserer gemeinsamen Schulzeit und ich denke jeder, der insbesondere in der Jugendzeit mit Metal in Kontakt kommt, kommt dann früher oder später auf die Idee ne Band zu gründen 😀 Dass das mittlerweile schon seit über 15 Jahre so geht, – wenn auch in zeitweise unterschiedlichen Bands und Besetzungen – damit war natürlich nicht zu rechnen.

4. Welches Ziel verfolgt ihr mit eurer Musik?

Grinnoff: Anfangs tatsächlich Ruhm, Geld und Frauen 😀 von dem Traum hab‘ ich mich mittlerweile aber verabschiedet, das ist mit unserem Musikgenre so und so nahezu kaum zu erreichen, dafür gibt’s zu wenig potenzielle Hörer bei zu vielen Bands. Trotzdem fände ich’s schon cool, ein wenig bekannter zu werden und mal auf nem fetten Festival wie Summerbreeze oder Impericon zu ner guten Zeit zu spielen. Ne größere Tour wäre auch sehr stark.

Luki: Vor allem live geht es darum, das Publikum ordentlich mitzureißen.

Shizzle: Früher Freibier und freier Eintritt zu Festivals und Konzerten. Und natürlich solls ne mords Gaudi sein. Wenn es im Publikum ordentlich abgeht, setzt es dem Ganzen die Krone auf.

Max: Ich finde, dass wir mit Parasite doch einen wirklich eigenen Sound haben, der nicht der Standard Genre-Formel entspricht. Natürlich will man dann, dass dieser auch an die Leute kommt.

5. Was rotiert momentan auf euren Plattentellern?

Grinnoff: Meine Evergreens sind Dying Fetus, Revocation und Japanische Kampfhörspiele. Man kann aber durchaus auch mal sowas wie System of a Down, Green Day, Deichkind oder Alexander Marcus in meiner Playlist entdecken, also die Deathmetal über alles Zeiten sind lange vorbei. Zuletzt die neue Scheibe von Macabre und Six Feet Under, … war die schlecht…

Luki: Jinjer und Maximum the Hormone

Shizzle: Maximum the Hormone, Jaya the Cat, Obey the Brave und Blackberry Smoke.

Max: Orbit Culture und Twelve Foot Ninja

6. Was nervt euch am Musik-Business am meisten?

Luki: Standard-Pop a la Mark Forster oder Ed Sheeran

Grinnoff: Dass es heutzutage ohne Geld, Beziehungen und/oder verdammt viel Glück so gut wie unmöglich ist groß was zu reißen.

Shizzle: Ich bin da der gleichen Meinung wie mein Kumpel und Bandkollege Grinner: Kennste wen, biste ganz schnell weit oben im Musik-Biz, da winken Festivals, Touren, Plattenverträge etc. Wenn man niemanden kennt und auch keine Beziehungen hat, dümpelt man viel länger nur so rum, obwohl Musik- und Showtechnisch kein großer Unterschied zu den Anderen ist.

Max: Was mich schon lange stört ist die Tatsache, dass das ganze Underground-Band Gewerbe eine Pay-to-win Veranstaltung geworden ist. Angefangen hat das Ganze, als z. B. Facebook die Reichweite der Seiten eingeschränkt hat. Damit überhaupt die Leute deinen Beitrag sehen, musst du gleich mal für ne Werbeanzeige Geld liegen lassen. Auch kommt mir vieles inzwischen so geleckt vor. Du musst nicht nur Musiker sein, sondern auch noch professioneller Grafiker, Tapezierer und VFX Artist.

7. Wer sind eure Vorbilder?

Grinnoff: Musikalisch Dying Fetus, menschlich The Black Dahlia Murder. Wenn ich mir deren Videos/DVDs anschaue, geht’s bei denen zu 80% um Party und Spaß und nur zu 20% um Musik 😀

Luki: Ich war schon immer stark von Six Feet Under beeinflusst.

8. Wie entstehen eure Texte und wie persönlich sind diese?

Grinnoff: Nicht wirklich persönlich, ich habe eigentlich noch nie groß musikalisch/textlich irgendwelche schwierigen Lebenssituationen verarbeitet. Unsere Texte sind aber schon, ich sag mal „erwachsener“ geworden. Früher war das Credo ‚möglichst brutal, möglichst absurd‘, man denke nur an „Dickfish“, ein Song auf unserem ersten Album, in welchem sich Fische in Genitalien festbeißen 😀 jetzt ist es meist so, dass mir immer wieder irgendwelche Sachen auffallen, die die Menschheit verkackt hat, verkackt oder wahrscheinlich verkacken wird; und das sind einige! Wenn ich lange genug den Kopf darüber schütteln muss, dann ist’s wohl an der Zeit, die Sache zu vertexten, meist mit sehr zynisch pessimistischem Unterton.

9. Wenn alles möglich wäre – wie würde euer ultimatives Musikvideo aussehen?

Luki: Wie es aussehen würde weiß ich nicht, aber ich wäre definitiv dafür, dass entweder Quentin Tarantino oder Jonas Akerlund Regie führt.

Grinnoff: Das wäre stark, ja. Ich kann dir auf jeden Fall sagen, wie’s nicht aussehen würde: Es wäre kein Video, in welchem wir alle nur unsere Instrumente in der Hand halten und den Song spielen. Sowas find ich extrem generisch und lame, vor allem, weil im Prinzip 95% aller Musikvideos so aussehen. Deswegen feiere ich auch sehr die Videos von Rammstein, da wird sich wirklich Gedanken gemacht.

10. Welche Band(s) haltet ihr gerade für völlig unter-/überbewertet? Warum?

Shizzle: Da würde ich mich gerne enthalten *hust* Six Feet Under *hust*

Max: Überbewertet: Volbeat…immer! „Unterbewertet“ finde ich die Kollegen von Devilizer. So gute Musik! Das sollten mehr Menschen hören.

11. Wie sieht euer Proberaum aus?

Shizzle: Wie ein Mülleimer…

Grinnoff: Ungemütlich und unspektakulär, ein Schlagzeug steht drin, paar Verstärker, paar Mikros, Mischpult und noch bisschen Musikgedöhns. Und ein Sofa, auf das können wir uns aber nicht setzen, weil’s mit besagtem Musikgedöhns zugemüllt ist 😀 Nicht mal ein Bierkasten steht drin, was sind denn wir für ne Band… ☹

Max: Immerhin ein wirklich eigener Proberaum. Sonst haben wir uns wie Parasiten bei einer anderen Band eingenistet.

12. Inwieweit beeinflusst euch das derzeitige Weltgeschehen und die Konflikte, die rund um den Globus herrschen?

Grinnoff: Mittlerweile schon sehr. Unser aktuelles Album ist nicht umsonst ein Konzeptalbum über das Internet (speziell das Darknet). Mal ehrlich, was würde denn heutzutage noch ohne das Internet gehen? Ich mach’s kurz: Garnichts. Das ist ja auch nicht weiter schlimm, vor gut 100 Jahren dachte auch niemand, dass mal nichts mehr ohne das Auto geht (bzw. fährt, muaha), die Menschheit entwickelt sich nun mal weiter. Das Problem ist halt, dass es bei jeder, anfangs noch so positiv wirkenden, Entwicklung immer Menschen geben wird, die das für ihre Zwecke missbrauchen und dabei auch absolut keine Skrupel kennen. Diese grenzenlose Egomanie kotzt mich einfach nur an und wird daher auch in meinen Texten immer mehr angeprangert.

Zwar will und wollte ich mit meiner Musik nie ein politisches oder gesellschaftliches Statement setzen, nicht zuletzt, weil ich mich damit zu wenig auskenne und es mir nicht anmaße, den Weltverbesserer bei Dingen zu spielen, von denen ich eigentlich keine Ahnung habe. Inzwischen ist die Welt aber dermaßen abgefuckt, dass es fast nicht mehr möglich ist, die Fresse zu halten. Und es sieht ja jetzt auch nicht gerade danach aus, als ob sich in naher Zukunft daran was ändern wird. Den Song „Doomsday-Device“ habe ich in etwa 2016 geschrieben, da stand die Weltuntergangsuhr auf 3 Minuten vor 12, jetzt 5 Jahre später sind wir bei 100 Sekunden vor 12… noch Fragen?

13. Wenn ihr jedem aus der Band eine Komikfigur zuordnen müsstet, wer würde welche sein und warum?

Grinnoff: Rick Sanchez (Rick and Morty). Genie und Wahnsinn, arbeitet unter der Woche an seiner Mathematik-Dissertation und am Wochenende an seiner Selbstzerstörung.

Luki: Troubadix (Asterix und Obelix). Der Blondschopf komponiert Songs am laufenden Band, die aber nahezu nie den anderen Bandmitgliedern gefallen und sitzt daher auch oft geknebelt und an den Heizkörper gefesselt im Proberaum, während die anderen sich besaufen.

Shizzle: Deadpool (Marvel). Da er sich in früheren Zeiten oft freiwillig als Testobjekt für bewusstseinserweiternde Substanzen hergab, hat er zum Teil seinen Verstand verloren, gibt nahezu nie eine ernst gemeinte Antwort und ändert bei Bedarf auch schon mal seine Biografie. Trotzdem ist er irgendwie die coolste Sau der Band.

Max: Brian Griffin (Family Guy). Ein durchaus intelligenter Hund, mit extremem Durchblick und starkem Hang zu Alkohol und Zigaretten, der immer wieder kühne Pläne schmiedet und umsetzen will, aber im Prinzip von niemandem ernst genommen wird und chronisch frustriert ist.