bellsandravensGenre: Heavy Metal
Label: Independent
Veröffentlichung: 22.06.2022
Bewertung: Klasse (8/10)

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BELLS AND RAVENS entstammt dem Geist von Matt Carviero (ex-Contracrash), der das Projekt 2018 ins Leben gerufen hat. 2020 kam das Debütalbum In Our Blood auf den Markt, nun folgt What Death Cannot End. Allein das Albumcover verspricht schon ein großes und episches Hörerlebnis und auch die Songlängen (kein Song unter 04:30) suggeriert ausgiebige Kompositionen. Und man wird auch nicht enttäuscht.

Von Anfang an werden keine halben Sachen und man bekommt vollmundigen, dynamischen Heavy Metal um die Ohren gehauen, inklusive Gitarren-Soli galore. Aber eben nicht zu viel von allem, um alles um jeden Preis episch wirken zu lassen, sondern man hört sofort, dass die Lieder in ihrer Struktur durchdacht sind und kleine Geschichten in sich erzählt werden.

Zur Unterstützung hat sich Carviero so einige Gäste eingeladen, die vor allem am Mikro glänzen. Neben bekannteren Namen wie Zak Stevens (Savatage) oder Tim „Ripper“ Owens (ex Iced Earth) sind auch etwas weniger bekannte Künstler wie Tobias Hübner (Forensick) und Tommy Laasch (Chinchilla) dabei. Doch qualitativ gibt es hier absolut keine hörbaren Unterschiede, jeder Gastmusiker fügt sich hervorragend in das Gesamtwerk ein.

Neben den energiegeladenen Krachern gibt es genauso langsamere, erhabenere Stücke – man bekommt als Hörer die volle Bandbreite geboten. Auch die Produktion lässt kaum zu wünschen übrig, wenngleich ein bisschen mehr Politur auch nicht geschadet hätte. Und auch an klassische Musik hat sich Carviero gewagt und sie mit eingebunden, was natürlich nochmal eine Schippe Epik auf alles draufpackt. Als Abschluss gibt es noch eine ergreifende Ballade, die sicherlich auch live eine intensive Stimmung erzeugen würde.

Freunde des epischen, wuchtigen aber dennoch eingängigen Heavy Metal können hier beherzt zugreifen. Gerade für Musikliebhaber werden auch die „überlangen“ Songs zu schätzen wissen, denn es ist immer schön zu sehen, wenn Künstler keine Angst haben, auch mal etwas ausschweifend in ihren Kompositionen zu werden. Konkrete Anspieltipps gibt es keine, man sollte direkt das Album durchhören.