MORTAL PERIL – The Legacy Of War

cover_mortalperil_legacyofwarGenre: Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 21.05.2016
Bewertung: Gut (6,5/10)

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Wer schon länger Gast auf unserer Seite ist weiß, ich hasse Thrash Metal. Ich finde ihn einfach überbewertet, langweilig und was für Teenager die einen auf hart machen wollen (nichts für Ungut liebe Thrasher, Euch mag ich!). Doch hier und da gibt es gelegentlich ein paar Bands, wie EXIT SMASHED oder CRIPPER, die mich zum Nachdenken anregen, ob Thrash denn wirklich so scheiße ist. Nun, MORTAL PERIL haben mich zumindest in gewisser Hinsicht beeindruckt.

Genregrößen wie KREATOR oder die Boyband um Dave Mustaine haben alle einmal klein angefangen und sich einen Namen erspielen müssen. Hätte es MORTAL PERIL 20 Jahre früher gegeben, wären auch sie sicherlich Ikonen geworden, denn den Stil beherrschen sie perfekt. Der Opener „Generation Hate“ legt gleich so richtig los. Ein sagenhaftes Gitarrenriff und Drums, die so richtig zum Abgehen anregend. Sänger Jan ist stimmlich zwar gar nicht mein Fall, aber seine Gesangskünste sind nicht zu verachten.

Recht „Anti-Thrashig“ kommt der Song „War Is Hell“ daher. Ein sehr ruhiges Intro, welches sich immer weiter steigert, kurz einen Abstecher in die Melodic Ecke macht, dann zwischen den Genres umherwandert wie Asterix & Obelix auf der Suche nach Passierschein A38, bis sich dann endlich wieder der Thrash-Sound einstellt, wenn auch nur kurz. Der Song scheint den Passierschein A38 echt nicht zu finden, denn hier wird durch die Genres getanzt. Gerade dies macht den Song aber sehr gut, abwechslungsreich, kraftvoll, energetisch. Die Jungs aus Wesseling (liegt laut Google wohl Nähe Köln) können wirklich was und müssen sich vom Spiel her vor niemandem verstecken. Das Schlagzeug ist hier und da ein wenig matschig und wirkt uninspiriert, offenbar versucht man hier Lars Ulrich zu kopieren, aber das Gesamtbild stimmt und auch Drummer Jonas beherrscht sein Instrument – er hatte offenbar nicht Lars U. als Lehrer.
Kurz vor Schluss haut dann „Machete“ nochmal richtig rein. Was ein Intro! Einfache Double-Bass mit einem kurz darauf einsetzendem Bass. Simpel aber verdammt geil, ohne scheiß: Da werden die Boxen schon mal richtig aufgedreht, da muss Druck rein. Auch der Gesang kommt hier richtig geil daher, definitiv der Beste Song und zwar mit großem Abstand.

MORTAL PERIL machen es einem wirklich nicht leicht. Klar, die Mucke ist gut, aber eben nicht grandios. Der Stil ist super, aber auch nicht neu, eigentlich war schon alles da, auch wenn das Gitarrenriff bei „Legacy Of War“ schon ein echter Knaller ist. So wirklich mitreißend ist die Scheibe nicht, es ist wieder aufgewärmter Kram von vor 20 Jahren. Aber der Kram ist echt gut Gewürzt, wie ‘ne drei Tage alte kalte Pizza eines bekannten Lieferservices. Wer es mag ist bei MORTAL PERIL definitiv an der richtigen Adresse, wer es nicht mag, hat was Schönes für Zwischendurch, aber keinen Dauerbrenner. 20 Jahre früher und die Band wäre DER HIT geworden, weil sie neu wären. So Ende jetzt. Gute Mucke, wenn auch nicht überragend, daher leider nur 6 Punkte. Naja, 6,5 sagen wir mal.